Jewon Koondhor Tulku

Biographie von Jewon Koondhor Tulku

Lobsang Tenzin Geleg Gyatso wurde am 15.6.1952 als 6.Reinkarnation des Jewon Koondhor Tulku  geboren.

Die Koondhor – Linie  geniesst in Tibet hohes Ansehen. In der Region Chamdho, Osttibet, gehören ihre Reinkarnationen zu den fünf höchsten Lamas.

Sein Vorgänger, der 5. Koondhor Tulku war ein Prinz von Po Kanam Deba; er regierte Chamdho als religiöser und politischer Führer. Unter seiner Regentschaft herrschten keine Hungersnöte und die Bevölkerung lebte in Frieden und Harmonie.

Am 4.6.1951 hatten sich alle seine Wünsche erfüllt und er verliess diese Welt. Seinem letzten Willen zufolge machten sich s.H.  Gyalwa Pakpalha, Kyabgye Gyara Tulku und Gesche Pema Kögye auf seinen Nachfolger, den 6. Koondhor Tulku, zu suchen. Auch hinterliess er eine Skizze, mit der die drei Lamas das Kind finden konnten. Diese verantwortungsvolle Aufgabe führten diese drei hohen Lamas  anhand von Visionen unabhängig voneinander und der Befragung des Orakels von Chamdho Chö Kyong aus. Ort, Richtung, Ortsname, Berg im Hintergrund und Teil des Elternnamens wurden übereinstimmend durch die drei Lamas und das Orakel gefunden. So machte sich die Suchmannschaft auf den Weg nach Karma.

Dort wurde überall gesucht und sie fanden einige besondere Kinder. Darunter eines, dessen Mutter, als sie schwanger wurde, einen eindrücklichen Traum hatte. Ihr träumte, eine weisse Schlange mit einem hornähnlichen Schmuck in der Mitte des Kopfes, umschlinge ihren ganzen Leib.

Im Ort Karma erbaute der erste Karmapa sein erstes Kloster Karma Gön. Eine Rothut-Statue und eine Schwarzhut-Statue stehen heute noch im Zentrum der Tempelhalle. Nach der Geburt des Knaben pilgerte die Mutter als erstes in dieses Kloster, um den Segen für ihr Kind zu bekommen. Bei der Begegnung wurde beobachtet, dass der schwarze Hut der Statue auf die Schulter gerutscht war. Der Klosterwächter staunte und suchte nach einem hohen Lama, aber nur die Mutter und der kleine Junge waren anwesend. Schon früher wurde bei Besuchen von höheren Lamas gesehen, wie der Schwarzhut-Karmapa seinen Hut zur Begrüssung auf die Schulter rutschen liess. Andere Zeichen wie Regenbogen, gute Ernte, der Kuckuck auf dem Dach, wurden zu dieser Zeit im Geburtsort beobachtet. Bevor die Suchmannschaft ankam, waren sich die Gelehrten des Klosters einig, dass dieses Kind ein hoher Lama sein muss.

Die suchenden Geistlichen prüften den kleinen Jungen gründlich. Die persönlichen Gegenstände seines Vorgängers wurden mit anderen Sachen gemischt und den Jungen gezeigt. Dieser wählte aber nur die des Vorgängers aus und sagte: "Diese gehören mir." Er und zwei andere Jungen wurden nach Chamdho mitgenommen. Die drei Lamas s.H. Gyalwa Pakpalha, Kyabgye Gyara Tulku und Geshe Pema Kögye mit der Schutzgottheit Chamdho Chö Kyong wählten das Kind Jewon Koondhor als ersten Kandidaten aus und schickten die Liste zur Bestätigung an s.H. Dalai Lama. Auch er bestätigte dieses Kind als die richtige 6. Inkarnation des Jewon Koondhor Tulku und verfasste persönlich ein “lang lebe Gebet“ für Jewon Koondhor Tulku. So wurde er mit 4 Jahren im Hauptkloster Ganden Jampaling, mit den dazugehörigen mehr als 100 Nebenklöstern von Geistlichen sowie Laien in der Hauptstadt Chamdho inthronisiert.

Bei der Ankunft in Chamdho traf er den engsten Vertrauten seines Vorgängers. Dieser begrüsste ihn mit Namen und fragte: "Warum bis du so lange nicht gekommen?" Er weinte vor Freude und alle waren sich einig, dass der richtige Koondhor gefunden war.

Als der kleine Tulku 6 Jahre alt war, reiste s.H. Dalai Lama mit seinen beiden Lehrern nach Chamdho. Dort bekam er die erste Einweihung von s.H. Dalai Lama. Ven Trijang Rinpoche lehrte ihn als erstes das tibetische Alphabet, in Schrift und Sprache. Das war der Beginn seines langen Studiums der tibetischen Kultur und Schriften, Sutra und Tantra.

Im Jahre 1959 flüchtete er zusammen mit vielen anderen Tibetern nach Indien.

Im Sera Je Kloster in Indien führte er seine Studien der tibetischen Philosophie weiter. Zu seinen Hauptlehrern zählen s. H. Dalai Lama, Yongzin Lingtul Dorjechang, Yongzin Trijchang Dorjechang, Kybje Son Rinpoche, Kyabeje Khensur Lobsang Wangchuk und andere. Von diesen 5 Lehrern lernte er alle Riwo Gedenpa Lehren und erhielt alle Einweihungen. Nebenher studierte er Schrift und Poesie.

Seit 1978 lebt Jewon Koondhor Tulku in der Schweiz und ist mit Frau Rigzin Palmo geb. Gampatsang verheiratet. Sie stammt auch aus Osttibet in der nähe von Chamdho in Chum bo Meru in Tinchen Shen. Ihr Vater war ein Grossgrundbesitzer in Meru und amtete zugleich auch als berühmter Richter. Ihre Mutter stammt aus einer Ärztefamilie. Die Eltern von ihr waren sehr religiös und waren geprägt von Nächstenliebe. Fast alle höheren Lamas durften sie in ihrem Hause empfangen. Schon als junge Frau begann Rigzin Palmo anderen Leuten zu helfen. Während der Lehrzeit hatte sie schon zwei Mönche zu unterstützen.

Sie haben selbst zwei Erwachsene Kinder. Die Tochter heisst Lhaga Nhamla und wurde 1983 geboren. Ihr Sohn Lhundup Norbu kam im Jahre 1986 zur Welt. Das Glück war vollkommen. Trotzdem wollten sie auch noch anderen Kindern Glück schenken. So durften sie zwei Pflegekinder; Lodue und Dekyi grossziehen. Sie leben immer noch in der Schweiz und sind mittlerweile selbst Eltern von 2 bzw. 3 Kindern.

Jewon Koondhor Tulku hat einen Bruder und eine Schwester, die in der Schweiz leben  und eine Schwester, die in Tibet lebt.

Rigzin Palmo hat drei Schwestern und einen Bruder, die in der Schweiz leben. Eine  weitere Schwester lebt immer noch in Tibet. Eine Schwester, Tsewang Dolma, war verheiratet mit Chökyi Nima Taksham Tulku; ein hoher Nyingmapa Terchen. Leider ging  er im Jahre 2005 von dieser Welt. Ihr erwachsener Sohn ist als Gelugpa Shiwalha Rinpoche annerkannt. Er studierte an der Sera University in Indien. Die älteste Schwester, Jhanchuk Dolma, ist mit  Gapa Lama verheiratet. Er heisst Kentul Khanang Rinpoche und der älteste Sohn von ihm ist eine Wiedergeburt von Thosa Tulku.

Seit  1984 Tibet wieder geöffnet wurde, besuchte Koondhor Rinpoche seine Heimat einige Male: Das Hauptkloster in Chamdho und die vielen Nebenklöster. Dort finden sich immer viele Menschen ein, um seinen Segen zu empfangen. Die Bevölkerung und die Gelehrten der Klöster wünschen sich immer wieder, dass  er jedes Jahr vorbei kommt, um sie zu segnen und um möglichst nahe bei ihnen zu sein.

Text: Rigzin Palmo Koondhor-Gampatsang


Verein Koondhors BrückeJewon Koondhor Tulku